Gemeinschaftlicher Neubau von Passivhäusern in Berlin-Adlershof
Gemeinschaftlicher Neubau von Passivhäusern in Berlin-Adlershof

Passivhaus

Ein Passivhaus ist so gut wärmegedämmt, dass es keine Heizungstechnik im herkömmlichen Sinn mehr benötigt. Der Heizenergiebedarf wird zu großen Teilen aus der Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt. Der Restheizenergiebedarf kann durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Zuluftnachheizung erfolgen.


Da diese Nachheizungen jedoch mit Strom betrieben werden und Strom den höchsten Primärenergiefaktor hat, verschlechtert diese Heizungsart ganz erheblich den Jahresprimärenergiebedarf. Aus diesem Grund wird häufig auch in Passivhäusern eine Wärmepumpenheizung mit sehr geringer Leistungszahl eingebaut.

 

Wussten Sie schon?

Das erste wirklich funktionsfähige und vollwertige Passivhaus in Holzbauweise war kein Haus, sondern ein Schiff: das Arktis-Expeditionsschiff „Fram“ des Norwegers Fritjof Nansen von 1883.      Er selbst schrieb: „...Die Wände sind mit geteertem Filz bedeckt, darauf folgt Korkfüllung, dann eine Vertäfelung aus Tannenholz, dann wieder eine dicke Filzlage, dann luftdichtes Linoleum und schließlich wieder eine Täfelung. Die Decken ... sie haben alles in allem eine Dicke von ungefähr 40 cm. Das Fenster, durch das die Kälte besonders leicht eindringen könnte, wurde durch dreifache Scheiben und auf andere Weise geschützt. (Hier) ist ein warmer, gemütlicher Aufenthaltsort. Ob das Thermometer 5°C oder 30°C unter dem Nullpunkt steht, wir haben kein Feuer im Ofen. Die Ventilation ist ausgezeichnet, ... da sie geradezu frische Winterluft durch den Ventilator hinabtreibt. Ich gehe daher mit dem Gedanken um, den Ofen ganz wegzunehmen zu lassen, er ist nur im Wege.“ (aus Nansen: „Nacht im Eis“, 1887)

 

 

Ein Passivhaus muss folgende Kriterien erfüllen:

 

  • Jahresheizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a)
  • Heizlast ≤ 10 W/m²
  • Primärenergiebedarf ≤ 120 kWh/(m²a) (inkl. aller elektrischen Verbraucher)
 
 

Moderne und zukunftsgerechte Bauweise

Bei der Planung von Gebäuden sind folgende Grundsätze einzuhalten:

 

  • sehr kompaktes Volumen
  • beste Wärmedämmung der Bauhülle
  • kurze Bauzeiten durch moderne Konstruktionen
  • größtmögliche solare Gewinne im Winter (Südausrichtung)
  • konstruktiver sommerlicher Wärmeschutz
  • bestmögliche Luftdichtheit
  • mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • innovative Haustechnik, stromsparende Haushaltsgeräte

 

 

Passivhaus = Kompaktes Volumen

Die Kompaktheit eines Gebäudes ist nicht nur endscheidend für die Vermeidung von Heizkosten, sondern auch für die Reduzierung von Baukosten, weil weniger teure Außenwandfläche gebaut werden muss. Beheizte An-, Auf- und Vorbauten bewirken einen ähnlichen Effekt wie die Kühlrippen eines Motors. Kalte Winterluft umfließt die Außenwände eines Gebäudes und „saugt“ die Wärme aus diesen ab. Das A/VE-Verhältnis sollte für Reihenhäuser nicht über 0,6 und für Einfamilienhäuser nicht über 0,8 liegen.

 

Kostenbetrachtung Passivhaus

Der Wert eines Bauwerks wird bisher an den Baukosten gemessen. Ein Passivhaus kostet bei dieser Betrachtung ca. 25% mehr als ein Gebäude in herkömmlicher Bauweise. 

Legt man bei einer Musterberechnung für die Baukosten eines herkömmlichen Hauses mit einer Grundfläche von ca. 150 m2 etwa 200.000 € zu Grunde, so ergeben sich für dasgleiche Haus in Passivbauweise Baukosten von ca. 250.000 €. Viele Bauherren werdenvon diesem scheinbar höheren Kostenfaktor abgeschreckt.

Dieser Ansatz ist jedoch nicht mehr zeitgerecht. Zusätzlich zu den Baukosten müssen auch die Energiekosten, am besten über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes, berücksichtigt werden.


  


Geht man von einer stetigen Energiekostensteigerung von 5 % aus (die tatsächlichen Preissteigerungen sehensie in der nebenstehende  Grafik), ergibt sich folgendes Bild, bei dem Bau- und Energiekosten gemeinsam übereinen Zeitraum von 40 Jahren betrachtet werden (Grafiken). Bereits nach ca. 14 Jahren rechnen sich die höheren Baukosten durch Einsparungen von Energiekosten. Selbst bei gleichbleibenden Preisen für Energie erreicht mandie Rentabilität nach ca. 18 Jahren. Somit ist ein Passivgebäude nicht teurer, sondern über einen längeren Zeitraum erheblich preiswerter und sparsamer.

 

 

 

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