Heizungstechnik

Die Heizungstechnik dient der Erwärmung von Räumen innerhalb von Gebäuden. Man unterscheidet einerseits die Heiztechnik, die mit erneuerbaren Energien arbeitet und andererseits Heiztechnik, die mit fossilen Brennstoffen arbeitet.

In der EnEV hat für die Berechnung des Jahresprimärenergiebedarfs die Heizungstechnik einen ganz erheblichen Einfluss. Das hat mit dem Primärenergiefaktor für Energieträger zu tun. Heizungsanlagen mit regenerativen Energien erzeugen sehr positive Ergebnisse. Folgende zwei Techniken sind heute bereits ausgereift und wirtschaftlich sinnvoll:

Pelletheizung

Holzpelletheizungen gibt es seit ca. 20 Jahren. Die Arbeitsweise ist ähnlich den konventionellen Heizkesseln. Holzpellets, kleine Presslinge aus unbehandelten Hobelspänen und Sägemehl, werden automatisch dem Heizkessel zugeführt. Dort verbrennen sie und erhitzen damit Wasser, welches dann Räume und Trinkwasser erwärmt.

Wärmepumpentechnik

Wärmepumpen gibt es bereits seit über 60 Jahren, erobern jedoch erst in jüngerer Zeit zunehmend den Markt. Eine Wärmepumpe arbeitet nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschrankes. Mit Hilfe eines Kühlmittels wird der Umgebungsluft, der Erde oder dem Grundwasser ein Teil der dort gespeicherten Energie entzogen. Durch die Verdichtung des verdampften Kühlmittels erwärmt sich dieses weiter und gibt diese hohe Energie in einem Wärmetauscher an den Heizkreislauf des Hauses ab. Für vier Teile Wärme muss ein Teil Hilfsenergie (Strom) eingesetzt werden, dass heißt drei Teile Energie erhält man von der Natur »frei« dazu.

Solarthermie- und Photovoltaikelemente können diese Heizsysteme unterstützen.

Heizungstechnik-Systeme – Wirkungsgrade:

Luftwärmepumpensystem:
200% bis 350% Wirkungsgrad beim Heizen und
300% bis 500% beim Kühlen.

Erdreichwärmepumpesystem:
400% bis 600% beim Heizen und
750% bis 1050% beim Kühlen.

Das bedeutet: mit dem Einsatz von 1 kWh Primärenergie (Strom) erhalten wir bis zu 6,0 kWh Heizleistung oder 10,5 kWh Kühlleistung.

Als Primärenergie wird in der Regel elektrische Energie verwendet. Andere Energieträger wie z.B. Gas verlangen erheblich höhere Investitionen, die sich derzeit auch über längere Nutzungszeiträume noch nicht amortisieren.

Die Investitionskosten für die Wärmepumpentechnik sind 10-20% höher als die der konventionellen Heiztechnik. Durch die geringen Energiekosten amortisieren sich jedoch solche Anlagen bereits nach 5–10 Jahren Betrieb und sollten den Wert Ihrer Immobilie bei steigenden Erdöl und -gaspreisen deutlich erhöhen.

In kälteren Wetterregionen wie Deutschland ist der Einsatz von Luftwärmepumpen für Heizzwecke nur als zusätzliche Energiequelle sinnvoll, weil der Wirkungsgrad bei tiefen Temperaturen (unter -5°C) deutlich nachlässt. Da jedoch die Investitionskosten niedrig sind, sind sie für viele Bauherren trotzdem interessant. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf jedem Fall günstiger als bei Solarkollektoren.

Die interessantesten Systeme für Klimaregionen wie Deutschland sind die Erdreichwärmepumpe (Erdwärmepumpe) und die Umluftwärmepumpe. Ein komplettes System – Heizen, Kühlen, Lüften, Warmwasser, basierend auf Umluftgeräten – erfordert nur ca. 20% mehr Investitionskosten als ein konventionelles Warmwasser NUR-HEIZUNGS-System mit Brennwertgerät. Die Betriebskosten liegen dann aber deutlich unter denen von Brennwert-Systemen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit der vollständigen Klimatisierung. Ferner ist der Hauptenergieträger, die Erdwärme, immer und überall vorhanden und absolut umweltfreundlich.